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Lady in Red.

von Anica Müller2014-12-02

Rot ist die Liebe, Rot ist das Blut, Rot ist der Teufel
und wahrscheinlich viele von uns in unserer Wut. Oder nach Sport. Mit Rot assoziiert man Energie, Leidenschaft und Temperament. Meist im positiven Sinne. Bei Rot schaut man hin. Im Zweifelsfall ist es wichtig, wie bei Ampel, Stoppschild & Co. Rot reizt nicht nur das Auge des Stiers, auch Roger Rabbit war von seiner Jessica fasziniert. Nicht aus Zufall trägt die heißeste femme fatale der Cartoon-Welt ein rotes Paillettenkleid.

Früher war das Einfärben von Stoff ein aufwendiges und teures Unterfangen. Kleidung in intensiven Farben wie edlem Purpur und leuchtendem Karminrot war den Reichen und Mächtigen dieser Welt vorbehalten. Mit dem Sekret sehr vieler Purpurschnecken färbte man Purpur, für Karminrot kochte man noch mehr getrocknete Kermes-Schildläuse aus. So etwas macht man nicht für das gemeine Volk.
Heutzutage ist das Einfärben preiswerter und tierfreundlicher. Jede(r) kann es sich leisten Rot zu tragen, kaum Eine(r) traut es sich mehr. Farbiges Understatement ist wohl zeitgemäßer als pompös zur Schau getragene Macht. Die Sorge kursiert, die Farbe ist lauter als man selbst. Rot gibt dem Umfeld vielleicht ein Versprechen, dass man nicht einzuhalten vermag. Schade, schade, Marmelade!
Ich glaube, dass Frau im richtigen roten Outfit umwerfend wirken kann. Wenn Rotkäppchen sich alleine in den Wald getraut hat, sollten wir nicht feige sein. Rot lässt keinen Platz für Selbstzweifel, Rot hat eine starke Aussage und macht eine selbstbewusste Ansage: Here I am! Und es wirkt anziehend. Männliche Probanden einer amerikanischen Studie fanden Frauen in roter Kleidung attraktiver und wollten bei einem Date sogar doppelt so viel Geld für sie ausgeben als für Frauen in blauer Garderobe.

In diesem Sinne: Der modische Herbst/Winter hat viele Rotnuancen im Angebot. Signalrot, Kirschrot, Weinrot, für jeden Typ den passenden Ton. Bei der Farbwahl sollten Haarfarbe und Teint der Trägerin ausschlaggebend sein. Bei Kleidung wirkt Signalrot souverän zu Creme-und Beigetönen, Kirschrot feminin zu Denim und Weinrot edel zu schwarz. Der Komplett-Look, das rote Kleid, ist so erfolgsversprechend, dass die „Lady in Red“ zum Evergreen wurde.
Wichtig: Rot in Kombination mit Lack, Latex oder Leder birgt die Gefahr in seinen Absichten missverstanden zu werden. Rot und zu eng ist meist nicht ratsam, Rot, Rüschen und Tamtam wirken schnell albern und Rot und zu wenig Stoff funktioniert nur bis 25. Raffinesse geht eh anders.
Im optimalen „kleinen Roten“ fühlt Frau sich nicht verkleidet, zeigt sich selbstbewusst und kriegt alle Drinks von ihrem Begleiter bezahlt
− und zwar zu Recht. Cheers!

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